88 Jahre Rastatter-Karneval-Gesellschaft.
Ein Verein und seine Geschichte stellen sich vor:

Wenn man dem Sprichwort Glauben schenkt, das da
verkündet:
"Ein lustig' Lied macht ein fröhlich Gemüt", dann kann man verstehen, warum
Anfang der 20er Jahre im Gesangverein "Volkschor Liedesfreiheit Rastatt
1906 e.V." die Entscheidung
fiel, auch einmal närrisch aufzutreten. Man wollte den Rastatter Bürgerinnen und
Bürgern nicht nur mit Gesang sondern auch einmal mit Humor Freude und
Entspannung bieten. Spontan wurde ein sogenannter "Siebener-Rat" mit Ferdinand
Herm an der Spitze von der Sängerschar ins Leben gerufen, der 1924 einen
Maskenumzug von der Bahnhofstraße bis zum Gasthaus ANKER organisierte. Dies
war die Geburtsstunde der Rastatter-Karnevalgesellschaft, die bis heute mit
heimischem Humor, mit zeitgenössischen Tänzen und Rhythmen und viel Engagement
zu frohen und unterhaltsamen Stunden während der Rastatter Fastnachtszeit
beiträgt, ohne zu sehr in eine Bühnen-Show zu geraten.
Noch gerne erinnern sich alte Mitglieder an die Anfangszeit und den ersten Umzug, bei dem Karl Helber auf einem Pferd der Speditionsfirma "Elias Hatz" ritt, das für sich beschlossen hatte, dem Umzug bereits im Gasthaus Löwen ein Ende zu bereiten. Im darauffolgenden Jahr wurde wiederum ein Maskenumzug durchgeführt, doch man verzichtete auf das Pferd und Karl Helber musste zu Fuß gehen. Auch die erste Fastnachtssitzung der RA-KA-GE fand im Jahre 1925 statt und zwar in dem alten Rastattern noch bekannten Kreuz-Saal, dem heutigen Modegeschäft HEUDORF. 1929 veranstalteten die Karnevalisten ihren ersten Kinderumzug, der vom "Grün" aus hätte starten sollen, doch aufgrund eisiger Temperaturen froren den Musikern sämtliche Instrumente ein.
Fastnacht hatte zur damaligen Zeit noch wenig mit Geld zu tun, umso mehr als sich Not und Arbeitslosigkeit in der gesamten Bevölkerung bemerkbar machten. Doch man war erfinderisch, stellte den Humor in den Vordergrund und behalf sich mit Krepppapier, aus dem die ersten Kutten gearbeitet wurden, und Bohnenstecken, die mit Papierbändern geziert den Zermonieren dienten. Man musste keine GEMA und Steuern an die Stadt abführen, die Musik spielte für ein Vesper und ein Bier und zu den Sitzungen befreundeter Gesellschaften fuhr man mit dem Fahrrad. Wie man sich vorstellen kann, gelangen aus diesen Situationen so manche Missgeschicke, die der "Schnüffler" alias Josef Badergoll immer wieder gerne in seinen Vorträgen bei den Fastnachtssitzungen aufleben ließ.
Im Jahre 1932 sollte die vorerst letzte Sitzung der Karnevalisten im KREUZ-Saal stattfinden, bei der ein Erdbeben den Boden zum Schwanken brachte und den Saal innerhalb weniger Minuten leerte. Ein Zeichen der Zukunft - ein Jahr später mussten die Kutten und sonstige Utensilien abgegeben werden, der Gesangverein "Volkschor Liedesfreiheit" und die RA-KA-GE wurden von den humorlosen, verbohrten Nazis verboten.
Zwangspause von 1939 bis 1948
"Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens" - Diesem Spruch des deutschen Publizisten Ludwig Börne folgten im Jahre 1948 alte und neue Narren, die unter dem neugewählten Präsidenten Hans Hoffmann trotz Besatzung wieder die Narrenfahne hissten und Karnevalsitzungen im ANKER durchführten. Zum 30-jährigen Jubiläum im Jahre 1954 wagte man zum ersten Mal den Sprung in die Fruchthalle, doch die Zeit war noch nicht reif, und man ging für einige Jahre wieder zurück in die bekannte Atmosphäre des ANKER-Saales.
Eine neue Ära begann im Jahre 1960, als Werner Mellert zum Präsidenten gewählt wurde und er gemeinsam mit einer jungen Vorstandschaft frischen Wind und neue Ideen in die Gesellschaft brachte. Wer erinnert sich nicht gerne an die Auftritte der "Helberschneck" alias Karl Helber, der zusammen mit seinem Sohn Kurt bei den Sitzungen begeisterte, oder an die "sechs Charlies", eine aus den Reihen der Naturfreunde hervorgegangene Gesangsgruppe, die "Jungfrauen" oder die "Kuhstallsänger"? Besonders erwähnt werden sollte die Frauengruppe, die mit ihren Vorträgen und Gesangs-Auftritten als Straßenfeger, Schwiegermütter, Bade-Nixen oder japanische Geishas über 30 Jahre lang ein fester Bestandteil jeder Sitzung war. Kein Wunder, dass sich die Fastnachtssitzungen der RA-KA-GE immer größerer Beliebtheit erfreuten und der ANKER-Saal zu klein wurde. So zog man im Jahre 1963 wiederum in die FRUCHTHALLE um, wo nach zehn Jahren sogar zwei Sitzungen durchgeführt werden mussten, um die Kartenwünsche erfüllen zu können. Weiter durchgeführt wurden im ANKER-Saal bis zu seinem Abriss im Jahre 1978 die Prinzenbälle, die Kindermaskenbälle am Rosenmontag und der Kehrausball am Fastnachtsdienstag nach der traditionellen Faschingsbeerdigung. Des weiteren stand er als Vereinslokal und zur Lagerhaltung der Requisiten zur Verfügung. "Als wir den ANKER-Saal verloren haben, haben wir ein Stück unserer Ursprünglichkeit hergegeben", so die Worte des heutigen Ehrenpräsidenten Werner Mellert.
Zum 40-jährigen Jubiläum im Jahre 1964 hatte sich die RA-KA-GE einen besonderen Gag ausgedacht. Bis zu dieser Zeit gab es weder einen Prinzen noch eine Prinzessin, was natürlich zu einer richtigen Karnevalsgesellschaft gehört. Kurzerhand wurde Gründungsmitglied Karl Helber als Prinz in einem Kinderbett in die Fruchthalle getragen. Zwei Jahre später - im Jahre 1966 - präsentierte die RA-KA-GE mit Klaus und Christel Erhard das erste offizielle Prinzenpaar, das im ANKER-Saal proklamiert wurde. Da keine Mittel zur Ausstaffierung einer Garde zur Verfügung standen, half die Gro-Ka-Ge Sandweier, die im Jahre 1954 mit Hilfe der Rastatter-Karneval-Gesellschaft aus der Taufe gehoben wurde, mit ihrer Garde aus. Drei Jahre später war es so weit - man hatte fleißig gespart und konnte jetzt eine eigene Garde zusammenstellen, die anfänglich von Ballettmeisterin Alex Riemer trainiert wurde.
Die Fastnacht in Rastatt gewann Jahr für Jahr mehr an Popularität. So war es Alt- Oberbürgermeister Richard Kunze, der im Jahre 1965 den Wunsch äußerte, die Karnevalsgesellschaften mögen einen Kinderumzug am Fastnachtssonntag veranstalten. Die Organisation wurde in paritätischer Besetzung von den beiden Rastatter Gesellschaften Gro-Ka-Ge und RA-KA-GE durchgeführt. Artur Helffenstein - zu Anfang als Schriftführer - und Werner Mellert als stellvertretender Vorsitzender schufen an der Seite von Präsident Herbert Leibold von der Gro-Ka-Ge Rastatt einen Kinderumzug, der mit viel Begeisterung in der Stadt aufgenommen wurde und aus dem sich der heute weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte internationale Fastnachtsumzug entwickelte.
Schlag auf Schlag ging es auch innerhalb der Rastatter-Karneval-Gesellschaft Anfang der 70er Jahre weiter. Der Elferrat trennte sich von seinen bewährten aber inzwischen altmodischen Kutten und präsentierte sich in neuen Smoking-Jacken. 1971 wurde die erste Mini-Garde mit Kindern im Alter von 10 bis 13 Jahren gegründet, die von Christel Erhard - der Mutter der Kompanie - trainiert und von Erika Mellert und Anneliese Kopp betreut wurde. Was wäre eine Fastnachtssitzung ohne Männerballett? Dieses wurde ebenfalls im gleichen Jahr von Gabi und Manfred Völlinger in Szene gesetzt und liegt seit nunmehr über 20 Jahren in den bewährten Händen von Brigitte Villa, die nicht nur Tänze mit den agilen Herren einstudiert sondern auch deren Kostüme, sowie die der Minigarde und Showtanzgarde näht. Wer erinnert sich nicht gerne an die "Les Humphries Singers" oder den "El Bimbo".
Feste Bestandteile in den Sitzungen waren aber auch Figuren wie "Diogenes" alias Werner Mellert oder "Till" alias Christel Erhard, die mit ihrem urwüchsigen Humor den Besuchern immer wieder fröhliche Stunden bereiteten und nicht nur Rastatter Kommunalpolitik anprangerten, sondern auch kritisch auf den Regierungssitz in Bonn blickten.
In ihrem 50. Jubiläumsjahr 1974 präsentierte sich die RA-KA-GE als eigenständige, eingetragene Gesellschaft, die sich zwischenzeitlich freundschaftlich aus den Banden der Liedesfreiheit gelöst hatte und in den badisch- pfälzischen und deutschen Karnevalsbund eingetreten war. Die Aufbauarbeit hatte sich gelohnt, denn immer wieder konnten die Sitzungen aus den eigenen Reihen gestaltet werden und der Nachwuchs stand bereits mitten im Geschehen. 14 Jahre lang hielt zu diesem Zeitpunkt bereits Werner Mellert als Präsident das Ruder in die Hand und lenkte mit viel Enthusiasmus und Engagement die Geschicke der Gesellschaft. An seiner Seit stand von Anfang der 70er Jahre Konrad Kopp als Vize. Es wurde viel organisiert und neue Ideen geboren, ja sogar durch die Fastnachtssitzungen führten die beiden abwechselnd. Miteinbezogen wurden natürlich auch sämtliche Familienmitglieder wie Erika, Heidi und Bärbel Mellert oder Anneliese, Ursula, Beate, Heike und Dieter Kopp.
Eine weitere Familie gewann im Jahre 1973 innerhalb der Gesellschaft an Bedeutung. Brigitte und Erich Villa wurden zum Prinzenpaar proklamiert und engagierten sich in der Vorstandschaft als Schriftführerin und Kassenwart. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis der nächste Generationswechsel vor der Tür stand.
Doch auch bei der Jugend gewann die RA-KA-GE immer mehr Begeisterung. Die im Jahre 1974 von Dieter Kopp gegründete Jugendgruppe trat beim Jubiläumsumzug als "Elferrat des Jahres 1924" in Original-Kostümen auf. Bereits im folgenden Jahr luden die jungen Karnevalisten zu ihrer ersten Jugendsitzung in die Fruchthalle ein. Es sprach sich unter den Rastatter Jugendlichen schnell herum - bei der RA-KA-GE da ist was los! Ein Jahr später zählte die Jugendgruppe rund 60 Mitglieder, einschließlich der Prinzengarde und der zwischenzeitlich formierten Jugendgarde. Man stand den Erwachsenen nicht nach, stellte ein eigenes Programm mit Büttenvorträgen zusammen, proklamierte ein Jugend-Prinzenpaar und baute sogar einen eigenen Umzugswagen. Beibehalten blieben die Jugendsitzungen, die bis 1989 in der Fruchthalle und von 1992 bis 2000 im Naturfreundehaus stattfanden. Die Rosenmontagsbälle für Kinder finden weiterhin im Naturfreundehaus statt. Hier legte "DJ Wolle" Habicht bis 2005 für die Kids die Platten auf.
Die folgenden Jahre gehörten zu den Hochzeiten der RA-KA-GE. Auftritte von "Anton und Jaköbl" alias Erika Mellert und Elisabeth Rauber, die mit spitzen Glossen auf Rastatter Persönlichkeiten abhoben, der "Till" alias Christel Erhard, der "Diogenes" alias Werner Mellert, der "Clochard" alias Erika Mellert, der "Telefonseelsorger" Hans Odermatt, der seit nunmehr 20 Jahren mit seinen politischen Vorträgen auch ernste Worte in die Fastnacht bringt, Auftritte der "Tellplatzlerchen" aus Ötigheim oder der "Achener Harlekine" sorgten immer wieder für zwei ausverkaufte Sitzungen in der Fruchthalle. Als tänzerischer Leckerbissen präsentierte sich die Prinzengarde, die vorübergehend von der Tanzschule Müller trainiert wurde, bevor sie in die Hände von Christel Erhard, Heidi Himmel und Bärbel Ernst kam. Auch bei Fremdauftritten in Sitzungen befreundeter Gesellschaften, bei ihren Besuchen in der Partnerstadt Orange und beim 100-jährigen Jubiläumsfest des Gesangvereins "Apollonia" genoss die Prinzengarde viel Aufmerksamkeit. Der größte Erfolg war die Teilnahme am badisch-pfälzischen Gardeturnier, bei dem die Prinzengarde den dritten Platz erreichte. Die Jugendgarde wurde zwischenzeitlich von Erika und Hans Odermatt und von Erich Villa, die Minigarde von Brigitte Villa trainiert und betreut.
Doch nicht nur die Fastnachtssitzungen trugen zur Bereicherung der Rastatter Fastnacht bei. Den Start in die neue Kampagne machte der Prinzenball im ANKER-Saal, dem die Ordenssoirée folgte. Zwei Sitzungen in der Fruchthalle sowie die Jugendsitzung wurden vom Kindermaskenball am Faschingssonntag abgerundet. Zwei weitere Kindermaskenbälle am Rosenmontag und Faschingsdienstag standen dem Rastatter Narrensamen zur Verfügung, bevor am Abend vor der Ankerbrücke die Fastnacht beerdigt wurde und der Kehrausball im ANKER-Saal stattfand. Doch dem nicht genug - seit Mitte der 70er Jahre fanden im Rastatter Altersheim (jetzt Martha-Jäger-Haus) Altennachmittage statt, denen Seniorenfaschingstermine bei VdK oder den Postpensionären folgten. Um dies alles unter einen Hut zu bringen, da sich manche Veranstaltungen überschnitten, wurde von der RA-KA-GE für ihre Aktiven ein Fahrdienst bereitgestellt. Ergänzt wurde das Fastnachtsprogramm durch die Teilnahme am Rastatter Faschingsumzug mit Prinzen- und Narrensamenwagen, die vom Hofbrauhaus Hatz und der Rastatter Luftsportgruppe zur Verfügung gestellt wurden, sowie vier Gruppen, dem am Faschingsdienstag der Umzug in Baden-Oos folgte.
Ein einschneidendes Erlebnis war der Abbruch des ANKER-Saals im Jahre 1978. Man verlor nicht nur das Vereinslokal, die Lagermöglichkeiten für den Fundus sondern auch die Räumlichkeiten für so manche Veranstaltung. Kurzerhand wurde der "Friedrichshof" zum Vereinslokal benannt, die Requisiten wurden bei einem Mitglied untergebracht, der Kleiderfundus fand seinen Platz in den Räumen der AWO und die Kulissen wurden im ehemaligen BASI-Areal bei Niederbühl, sowie im Körner-Magazin (heute Loft-Wohnungen) untergestellt. Für den Prinzenball wählte man bis zur Fertigstellung des Naturfreundehauses den LÖWEN-Saal oder das katholische Gemeinzentrum St. Alexander.
Ein neuer Generationswechsel stand der RA-KA-GE im
Jahre 1987 ins Haus. Nach 27 Jahren unter der Präsidentschaft von Werner Mellert
wurde Erich Villa an die Spitze der Gesellschaft gewählt. Ihm zur Seite stehen
bis heute Jürgen Singer und Heinz Bauer .
Bei den Sitzungen, die seit 1991 mit
rund 100 Aktiven in der Badner Halle stattfinden, zeichnet Dieter Kopp seit
über zehn Jahren verantwortlich für die Regie und Rainer Aalfeld führt die Besucher
als Sitzungspräsident durch ein Programm, das mit Isabel Fritsch den "Till"
wieder aufleben ließ. Unter ihrer Leitung präsentiert sich auch seit 1990 die
Prinzengarde, deren Auftritte immer wieder ein Augenschmaus sind.
Die Jugendgarde wurde dann von ihrer Schwester Denise übernommen und
anschließend führten
Jessica Dotzauer und Margarita Klaus diese Gruppe. Die Minigarde wurde lange trainiert und betreut von Sendy Kopp und Mia Budak. Zur Freude
der kleinsten Rastatter Faschingsnarren erfuhr auch vor einigen Jahren der
Kindermaskenball am Rosenmontag im Naturfreundehaus ein Comeback.
Es betreuten bis 2002 Sandra Knörr und bis 2004 Kirstin Hettel die Kleinsten, unsere
MINI´s.
Dann probte Judith Erbacher mit den MINI´s den Auftritt für die Bühne.
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Unter der Ära von Präsident Erich Villa hatte die Gesellschaft 1993 die Möglichkeit, gemeinsam mit dem "Volkschor Liedesfreiheit" die Vereinsräume im Haus der Vereine, dem ehemaligen Militärgebäude CARNOT, in der Badenerstrasse 9/2 zu beziehen und diese in Eigenarbeit für sich zu gestalten. Das Vereinsleben der heute rund 160 Mitglieder - davon rund 50 Jugendliche - hat seitdem wieder an Atmosphäre gewonnen. Stammtischtreffen, Vorstandsitzungen, Ausweichmöglichkeiten für das Training der Garden, Lagermöglichkeiten für Kostüme und Fundus. Vorarbeiten für den Wagenbau - der Wagen wird seit einigen Jahren mitsamt Traktor von der Firma FESER-Obstplantagen in Niederbühl zur Verfügung gestellt und auch dort gebaut - erleichtern die vielfältigen Aufgaben der Gesellschaft.
2001, in ihrem 77. Jubiläumsjahr präsentierte sich die
Rastatter-Karneval-Gesellschaft 1924 e.V. als moderner Verein, der auch seit
mehreren Jahren außerhalb der Fastnachtszeit mit DJ Andi am 30. April zur "Party in den Mai" einlädt,
jedoch seine Ursprünge und seinen Bezug zur urwüchsigen Rastatter Fastnacht nie verloren
hat.
In 2002 haben sich die etwas größeren "Mini´s" selbständig gemacht. Unter der Leitung von Ute Krahn
und
Sandra Knörr entstand die Tanzgruppe
"Teenies", in der auch Jungs integriert sind.
In 2003 hat die RA-KA-GE unter den Prinzenpaar
Renate und Jürgen sein Publikum in der Prunksitzung am 8. Februar mit einer
tollen Mischung aus Tanz, Musik und Büttenreden verzaubert. Der Artikel im
Badischen Tagblatt bezeichnete diese Sitzung als "... mit Abstand die
Schönste seit Jahren ...". Die Band "Twister" hat wie in den
Vorjahren alle Aktiven stimmungsgenau begleitet. Routiniert und mit starker
Stimme präsentierten die Plittersdorfer "Altrheinjodler" gar einen
Fasnachtshit mit dem Titel "So isch Fasnacht bei der Ra-Ka-Ge". Das
Männerballett unter der Leitung von Brigitte Villa (sie hat fast alle Kostüme
der Veranstaltung angefertigt) entpuppte sich mit seinem schottischen Beitrag
zum ungekrönten Höhepunkt des Abends; dabei wurden die Herren im Kilt von
steppenden Mädchen der Prinzengarde unterstützt. Die Stimmung zum Brodeln
brachte zum Schluss die "Dorlacher Clown-Kapelle", bis alle
Auftretende zur Polonaise formiert die Bühne verlassen hatten.
In der Jahreshauptversammlung am 13. Juni 2003 wurden redaktionelle
Verbesserungen und die Änderung der Abgabe des Vereinsvermögens nach
eventueller Auflösung der Ra-Ka-Ge einstimmig beschlossen.
Hier geht es zu den SATZUNGEN der Ra-Ka-Ge.
1924 bis 2004 = 80 Jahre Ra-Ka-Ge - "Jetzt
lassen wir´s krachen"
So lautet die Inschrift auf dem explodierenden Fastnachtsorden,
den ihre
Lieblichkeit Prinzessin Nicole und Prinz Patric mit vielen Küsschen verliehen
haben.
Und dass es für das Publikum bei der Prunksitzung so richtig gekracht hat,
dafür sorgten viele Tänze, die "Altrheinjodler", die Fahnenschwinger, das
Fanfarencorps, die "Dorlacher" und selbstverständlich unser
Präsident Erich Villa, der mal mit seiner Frau Brigitte, mal mit Jürgen Singer und ein weiteres
Mal in der gemischten Showtanzgruppe aus Prinzengarde und Männerballett für
krachende Auftritte sorgte.
Leider ist die Kampagne 2004/2005 sehr kurz, schon
am 15. Januar 05 war die Prunksitzung in der Badner Halle.
Hierbei
fungierte Jürgen Zöllner als Moderator für den verhinderten,
langjährigen Conferencier Reiner Aalfeld.
Sowohl BT als auch BNN haben positive
Kritiken veröffentlicht. Der Jahresorden "Vorhang auf - Spass heraus"
wurde nach langer Zeit nicht mehr einfarbig über Siegfried Burkhard (Ersingen)
sondern achtfarbig von der Fa. MTO (Pforzheim) bezogen.
Die Kampagne 2005/2006 begann mit einem
"Kracher" beim Prinzenball.
Das Prinzenpaar Marion und Eric stammt aus dem Führungsteam der "Guggemusik Schachdlbachkracha" aus Rastatt.
Beide haben stets dafür gesorgt,
dass die RA-KA-GE recht lange bei den Veranstaltungen der befreundeten
Gesellschaften vertreten war. Auch beim Interview im
SWR-Fernsehen zur Badisch-Pfälzischen Fastnacht zeigte Prinzessin Marion ihre gewandte Bühnenerfahrung.
Das Umzugswagenmotiv war eine riesige Trommel mit einer Trompete, wieder mit
unzähligen Papierrosen besteckt.
Der Orden zeigt ein altes Schalk-Relief von einem ehemaligen RA-KA-GE-Orden,
der
zeitlich nicht mehr zuordenbar ist, umrahmt von zwei Schalknarren.
In der Fastnachtszeit 2006/2007 regierten Judith und
Christian.
Judith hat schon lange Zeit erfolgreich die Minis trainiert und nun auch die
"Turbosisters".
Auf dem Jahresorden wurden die langjährigen Sponsoren DJ Andi und Fa. Feser
verewigt,
die stets unentgeltlich die Ra-Ka-Ge unterstützen.
In der Vorstandschaft gab Heinz Bauer 2007 nach 14 Jahren das Amt des Vize an Jürgen Singer zurück.
Ab dem Prinzenball 2007 nahmen Tanja und Ralf das
Narrenzepter in die Hand.
Beide sind in der Vorstandschaft der "1. Rastatter-Murghexen e.V."
aktiv.
Sie hatten auf dem ziemlich hoch gebauten Thron (bestehend aus 43
Europaletten)
auf dem Umzugswagen einige Schwierigkeiten ihr Gleichgewicht zu
halten.
Diese Kampagne 2007/2008 war eine selten kurze!
Gerüchten zu Folge soll erst in etwa 160 Jahren wieder so früh im Jahr
Aschermittwoch sein.
Im August 2008 nahm unsere vielfache Trainerin
Judith Erbacher ihre berufliche Chance wahr
und arbeitete zeitlich befristet in Kairo/Ägypten.
Beim Prinzenball 2008 überraschte das Prinzenpaar Ute & Uwe
die anwesenden Gäste und Mitglieder.
In der Prunksitzung 2009 regierten
sie über etwa 450 Gäste im Türkenlouis- und Sybillen-Saal
sowie über die närrische
Gefolgschaft auf der Bühne.
Nach etwa zwanzig Jahren war dies die vorerst letzte Veranstaltung, in der
Rainer Aalfeld durch das Programm geführt hat.
Er sagte jedoch zu, dass er die Sitzung im Jubiläumsjahr 2024 moderiert.
Im Jahr darauf wurden wir von Mitgliedern der Narrengruppe Schwalbenrain
verstärkt: Prinzessin Daniela (ehem. Röder)
mit ihrem Prinzen
Hans-Peter. Daniela ist den alten Ra-Ka-Ge-lern noch als starke Büttenrednerin in der
Fruchthalle bekannt.
Leider fiel sie bei der Prunksitzung unglücklich vom Thron; "typisch für
eine badische Flugente",
wie sie in ihrer Büttenrede in der darauffolgenden Sitzung
klarstellte.
Beim CC-Bietigheim war die Verwirrung zunächst sehr groß, weil Nicole
und Engelbert
aus der Gruppe der Kiiholzbuuwe als unser Prinzenpaar beim Prinzenball
erschien.
Alles ging gut, bis sich Engelbert als Feuerprinz outete und die gelb-blau-rote
Papierlilie
auf dem Prunkwagen in Rauental verfrüht zu Asche verbrannte.
In der Vorstandschaft gab Jürgen Singer
2011 das Amt des Vize an Andreas Härtel ab.
Präsident Erich Villa kündigt das 88-jährige
Jubiläum in der Kampagne 2011/2012 an.
Übrigens: Der Faschingsdienstag ist
Höhe- und Schlusspunkt des närrischen Treibens.
Das Wort Karneval kommt vermutlich vom lateinischen "Carne vale!"
d.h. "Fleisch, lebe wohl!",
was bereits auf den Beginn der Fastenzeit hindeutet.
Zwischen Aschermittwoch und Karfreitag liegen immer 44 Tage.